Und dann kam der Regen

1. Juni Früh
Es muss heftig geregnet haben in der Nacht Zum Teich bin ich gar nicht gekommen, ohne dass das Wasser in die Stiefel gelaufen wäre. Aber der ist auch ordentlich gefüllt, genau so wie der Bach.
So sehr ich die Hänge manchmal verfluche, bin ich bei so einem Wetter froh darüber. Zu der kleinen Schafgruppe schau ich noch gleich. Diese Wiese ist zwar flach, aber auf einer Anhöhe. Da kann das Wasser weg.

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Mitttag
Hilfe!!! Hochwasser in Niederbayern. Ganze Straßen und Stadtteile weggespült. Es ist fürchterlich….
Einen Kilometer weiter hat es mein Nachbardorf voll erwischt. Häuser unter Wasser oder auch zur Hälfte weggerissen.
Der 1. Juni wird wohl nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Ich wurde von einem Freund in der Arbeit informiert, doch lieber nach Hause zu fahren, weil der Bach über die Ufer tritt!
Ich muss gestehen, ich hatte wirklich Panik. Vor allem, weil ich einen Kilometer vor dem Hof nicht mehr weiter konnte. Stau….Feuerwehr….Polizei…ich hatte solche Angst um meine Hunde, die ja daheim eingesperrt waren. Und die Schafe, die auf die Weiden verteilt waren. Ich habe mein Auto einfach stehen lassen und bin vollkommen aufgelöst im strömenden Regen nach Hause gelaufen. Und da sah ich unter der Brücke die Flutwelle…entsetzlich. Ein Bekannter kam mir entgegen und hat mir versichert, dass es den Schafen gut geht. Sie standen ziemlich erhöht und auch bei mir Zuhause sei alles in Ordnung. Der untere Teil der Weide stand natürlich unter Wasser aber nichts kam zum Haus oder zu den Ställen.
Der Strom bei uns war eine Zeit weg und nach wie vor gibt es noch kein Festnetz und kein Internet.
Die kleine Schafherde ist vollkommen entspannt und die größere Herde hat sich ziemlich nach oben verzogen, da in der Mitte der Weide eine Furt nach unten zum Gulli führt. Dort ist das Wasser ganz schön runtergerauscht. Allerdings steht diese Herde seit gestern ohne Strom. Aber sie sind super brav. Die Hunde waren etwas durch den Wind aber auch ihnen geht es gut.
Bis spät in die Nacht sind die Hubschrauber geflogen und man sah oben auf der Straße natürlich fast nur Blaulicht und hörte das Martinshorn.
Mein Nachbardorf am nächsten Tag

24. Juli
Und noch einmal kam der Regen in Massen auf uns herunter. Diesesmal rauschte es wie ein Bach an unserem Hof vorbei und hat die Kiesstraße ziemlich ausgespült. Auch der alte Kartoffelraum hinter einer der Garagen stand unter Wasser. Die Decke ist nicht mehr so dicht und diese Menge an Wasser konnte die Decke nicht mehr abhalten. Das war aber auf eine Stunde wieder ausgeschaufelt. Mitternacht hat es endlich aufgehört zu regnen und ich bin noch zu einer der Weiden gelaufen um zu sehen, wie es meiner kleinen Schafgruppe geht. Aber die lagen am Hang im Gras und waren ziemlich entspannt. Auf der Straße lag überall Kies der mitgerissen worden ist. Bei der anderen Gruppe hatte ich mir keine Sorgen gemacht, da war ja in der Mitte der Weide eine Furt mit Gulli, in den das Wasser abfließen kann. Bis ich dieses Foto von den Besitzern der Wiese bekommen habe….

Eine der Schafweiden Den Schafen geht es gut. Die waren ganz rechts hinter der Garage. Ich habe gestern glücklicherweise noch einen Zaun gezogen und so kamen die Schafe nicht zum Wasser.
Der Gulli unterhalb konnte das alles nicht mehr fassen. Ich muss heute zu Fuß hin. Die Kiesstraße wurde quasi ausgespült und hat riesengroße Löcher in der Straße hinterlassen. Ein Hochfahren mit dem Auto ist so unmöglich!

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